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NÖ/ Bez. NK: Einsatz der Sprengdienstgruppe am Schneeberg

Seit dem Jahreswechsel schneit es bei uns in Niederösterreich fast ununterbrochen und das täglich. Eine Nordwestströmung mit Niederschlag und Sturm brachte bereits am 30. Dezember einiges an Neuschnee und Triebschneeansammlungen in den Hangexposition von Nord bis Südwest. Diese Strömung brachte bis Freitag den 04.Jänner eine Menge an Neuschnee in den Bergen ca 70 cm. Auch die Triebschneeablagerungen in Mulden, Rinnen und diversen Hängen in allen Hangexpositionen waren enorm und nahm täglich zu und die Lawinengefahr war erhäblich, und bis zum Wochenende eine Erhöhung auf Lawinenwarnstufe 4 (groß) war zu erwarten. Lawinenwarnstufe 4 heißt, Lawinenauslösung ist bereits bei geringer Zusatzbelastung an zahlreichen Steilhängen wahrscheinlich. Fallweisesind spontan viele mittlere, mehrfach auch große Lawinen zu erwarten.

Bereits am Freitag wurde im Skigebiet Losenheim in der Lahning die Umfahrung der Skiroute auf Grund der Lawinengefahr von der zuständigen Lawinenkommission mit allen notwendigen Mitteln und Warntafeln gekennzeichnet und gesperrt.

Auch ich, im Auftrag des Lawinenwarndienstes Niederösterreich war fast täglich im Gelände unterwegs um Schneeprofiele zu graben und die Lawinensituation zu beurteilen.

Von Samstag auf Sonntag brachte eine Warmfront nochmal 15 cm freuten und schweren Neuschnee. Auf Grund der schlechten Wetterbedingungen gab es auch keinen Betrieb der Schneeberg Sesselbahn.

In der Nacht von Sonntag auf Montag kam es zu einen Lawinenabgang in der Lahningries. Die Lawine hat ein unerwartet großes Ausmaß erreicht, der Lawinenkegel reichte bis auf die Schiroute Lahning und 80m in den danebenliegenden Hochwald.

Am Montag in der Früh wurde daher die Bergrettung Puchberg alarmiert, da niemand wusste, ob jemand verschüttet wurde.

Nach der Alarmierung suchten wir sofort den Lawinenkegel mittels LVS Gerät ab. Nach einer Stunde konnte von den Einsatzkräfte Entwarnung gegeben werden, zum Glück gab es keine Verschüttetn. Und ich als Einsatzleiter konnte das Einsatzende bekanntgeben.

Für eine ordentliche Dokumentation der Lawine, wurden Fotos und noch Schneeprofiele in diversen Hängen in der Umgebung gemacht.

Da sich die Wetterlage in den Abendstunden noch verschlechterte und verschärfte, der Neuschneezuwachs zunehmen und der Wind noch stärker wird, wurde gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Schneeberg Sesselbahn beschlossen, am Dienstag eine Lawinen Sprengung im Bereich Fadendreieck durchzuführen. Das Fadendreieck ist ein Steilhängen und die dazugehörige Rinne mündet in die Skiroute der Lahning. Um den Schutz der Tourengeher, würde daher eine Sprengung notwendig, um künstlich eine Lawine auszulösen. Sogleich organisierte ich die einzelnen Organisationen und holte die Genehmigungen der zugehörigen Verantwortlichen ein.

Am Dienstag um 06:00, war Treffpunkt in der Talstation des Sesselliftes. Leider kam da auch bereits das vorhergesagte Sturmtief mit Schneefall und Sturm im Bergland.
Mit 50 kg zusätzlichen Einsatzmarterial zu unserer persönlichen Ausrüstung, welches wir zum Sprengen benötigen, machten wir uns über den stark vereisten Fadensteig zum Einsatzort beim Fadendreieck auf den Weg. Dort angekommen wurden die zwei benötigten Lawinensprengladungen bei unmenschlichen Bedingungen (-10 Grad, Surm um die 90 km/h, Schneefall und Nebel) vorbereitet und in die zusprengenden Hänge gesetzt.
Nach zwei erfolgreichen Sprenungen, konnten wir nach 7 Stunden unentgeltliche, freiwilliger Arbeit endlich in Ruhe ein Bier auf der Edelweißhütte genießen.

Nach dem die Wettervorhersagen in den nächsten Tagen weiterhin stürmisch, kälter und 20 cm Neuschnee prognostiziern, wird die Lawinen Situation nicht besser und die Lawinenkommission der Schneebergbahn weiterhin ihre Arbeiten durchführen und in erhöter Bereitschaft bleiben. Auch ich als zuständiger Wetter und Lawinen Melder vom Lawinenwarndienst NÖ werde mit Unterstützung von Stephan Binder und Peter Groß, täglich meine Kontrollgänge mit Schneedeckenuntersuchungen im Schneeberg Gebiet durchführen.

Bei den Sprengarbeiten waren drei Mitglieder der Bergrettung Puchberg, zwei Mitglieder der Lawinenkommission der Schneebergbahn, der Bergführer Stephan Binder von Vertical Experience, der Bergführer Peter Groß aus Puchberg, 6 Mitglieder der SPRENGGRUPPEN Süd 4 und 5 des NÖ Landesfeuerwehrkommandos unter der Leitung von Martin Ertl und Ich als Verantwortlicher und Organisator des Lawinenwarndienstes Niederösterreich.
Bedanken möchte ich mich ganz herzlich bei den Bediensteten dem Betriebsleiter und dem Geschäftsführer der Schneeberg Sesselbahn, der SPRENGGRUPPE, der Bergrettung Puchberg, der Lawinenkommission Schneebergbahn und bei den Beiden Bergführern Peter Groß und Stephan Binder für ihre Bereitschaft, Unterstützung und perfekte Zusammenarbeit.

Bericht und Fotos: Karl Tisch

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