Mo. Nov 29th, 2021

Nach den schweren Unwettern sind noch immer hunderte Feuerwehrleute bei Aufräumarbeiten im Einsatz. Sie werden von zwei Katatrophen-Hilfszügen unterstützt. Die größten Schäden richtete das Unwetter im Wechselgebiet an.

Der Bezirk Neunkirchen war noch am Dienstagnachmittag zum Katastrophengebiet erklärt worden. Mittwochfrüh machten sich erneut etwa 200 Feuerwehrleute an die Arbeit, berichtete Franz Resperger vom Landesfeuerwehrkommando. Nach seinen Angaben gebe es im Wechselgebiet kaum eine Gemeinde, die nicht von Wassermassen oder extremen Hagelschäden betroffen sei.

Die Hauptaufgabe liege jetzt darin, vermurte, verschlammte Straßen zu reinigen, überflutete Keller weiter abzupumpen oder desolate Brücken wieder in Stand zu setzen, teilte Resperger mit. „Es ist in den nächsten Stunden noch viel zu tun und wir gehen davon aus, dass die Aufräumungsarbeiten vermutlich noch den ganz Tag andauern werden“, sagte er am späten Mittwochvormittag.

Insgesamt wurden in den Unwetterregionen 120 Keller und Häuser teilweise bis zu einem Meter hoch überflutet. Die Hilfskräfte retteten mehrere Menschen, etwa die Bewohner eines Bauernhofs in Otterthal (Bezirk Neunkirchen) sowie eine Frau mit zwei Kindern aus einem Pkw in derselben Ortschaft.

Wie die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) berichtete, fielen teilweise binnen weniger Stunden lokale Rekordregenmengen. In Puchberg am Schneeberg (Bezirk Neunkirchen) waren es beispielsweise in wenigen Stunden 116 Millimeter. Zum Vergleich: In einem durchschnittlichen Juni regnet es in Puchberg im gesamten Monat 120 Millimeter.

An der Wetterstation der ZAMG auf der Rax wurden am Dienstag 102 Millimeter Regen gemessen. Das ist hier der zweithöchste Wert der Messgeschichte. Auch auf der Rax kam am Dienstag der Großteil des Regens innerhalb kurzer Zeit zusammen: In nur vier Stunden schüttete es 83 Millimeter. Die Gewitter brachten zudem Sturmböen mit mehr als 100 km/h.

Text: ORF NÖ