Di. Mrz 2nd, 2021

Der Rückstau aufgrund des Lkw Reifenplatzers auf der Südautobahn (A2) im Baustellenbereich bei Seebenstein Richtungsfahrbahn Wien reichte mittlerweile bis kurz nach der Auffahrt Grimmenstein zurück. Gegen 12:30 Uhr passierte ein folgenschwerer Verkehrsunfall mit fatalem Ausgang. Ein slowenischer Reisebuslenker bemerkte das Stauende zu spät und krachte nahezu ungebremst und frontal gegen das Heck eines Sattelzuges.

Die ersten Anzeigen die bei der Bezirksalarmzentrale Neunkirchen eingingen meldeten einen Auffahrunfall mit mehreren eingeklemmten Personen und mehreren Schwerverletzten. Vom Disponenten wurde die zuständige Feuerwehr Edlitz mit dem Meldebild (T3 VU mit mehreren eingeklemmten Personen) auf die A2 Richtung Wien alarmiert. Als die ersten Helfer an der Unfallstelle eintrafen bot sich ihnen ein chaotisches Bild!

„Die Businsassen irrten teilweise blutüberströmt und panisch auf der Autobahn umher! Eine männliche Person, welche offensichtlich aus dem Reisebus geschleudert wurde, lag schwer verletzt auf der Fahrbahn. Weiters wurden die Florianis in Kenntnis gesetzt, dass sich noch mehrere Personen, teilweise eingeklemmt im Bus befinden“, so Einsatzleiter Franz Bürger (FF Edlitz).

Unverzüglich wurde aufgrund des großen Ausmaßes die FF Grimmenstein Markt zur Unterstützungen angefordert. Seitens des Roten Kreuzes wurde aufgrund der hohen Verletztenanzahl ein „NFG Großschaden“ ausgelöst und von mehreren Bezirken die Rettungsmittel zusammen gezogen und auf die A2 geschickt. Auch drei Notarzthubschrauber waren dabei im Einsatz!

Die Erstmaßnahmen bestanden in der Verletztenversorgung und der Menschenrettung der eingeklemmten Personen. „Für die optimale Erstversorgung und Reihung der Verletzten wurde ein Triageplatz eingerichtet“, so Walter Grashofer (Einsatzleiter Rotes Kreuz).

Für die Befreiung der eingeklemmten Insassen wurde hydraulisches Rettungsgerät eingesetzt. Trotz der anfänglichen Streßsituation aufgrund des chaotischen Erstbildes, funktionierte das Zusammenspiel der verschiedenen Blaulichtorganisationen ruhig, professionell und gezielt!

Nachdem alle Verletzten und und die unverletzten Insassen von der Einsatzstelle abtransportiert wurden, begann für die Einsatzkräfte der Feuerwehr, ASFINAG und Polizei die eigentliche Schwerarbeit. Für die genaue Dokumentation der Unfallstelle wurde seitens der Polizei ein Hubschrauber angefordert, welcher die Einsatzstelle von der Luft aus fotografierte. Weiters wurde gesamte Unfallstelle sowie die Unglücksfahrzeuge genau ausgemessen und dokumentiert. Nachdem diese Tätigkeiten abgeschlossen waren, konnte von den Feuerwehren Edlitz, Grimmenstein Markt und nachalarmierten FF Aspang (schweres Kranfahrzeug) mit den Aufräumarbeiten begonnen werden.

Hierfür musste der Auflieger des Sattelzuges welcher mit Küchenrollen beladen war, angehoben und vom Zugfahrzeug getrennt werden. Weiters musste aufgrund der Endposition (Auflieger stand parallel zur Leitschiene und verkeilte sich) dieser auf die Fahrbahnmitte mittels Schweren Kran und Seilwinde gehoben, bzw. gezogen werden. Anschließend wurde er mit einer Ersatz Zugmaschine auf den nahe gelegenen Autobahnparkplatz Gleissenfeld gebracht und gesichert abgestellt.

Der Reisebus, welcher von der Polizei sicher gestellt wurde, wurde von einem Bergeunternehmen mittels Lkw Hubbrille angehoben und verbracht. Für die Reinigung der Fahrbahn wurde zur Unterstützung für die Feuerwehrmänner eine Kehrmaschine angefordert. Die A2 Richtung war in der Zeit von 12:30 – 17:30 Uhr für den gesamten Verkehr Richtung Wien gesperrt. Eine Ableitung über die Ausfahrt Grimmenstein und über die B54 wurde eingerichtet.

Rückblickend auf den Einsatzablauf sei zu erwähnen, dass sich das Feuerwehr und Rettungswesen einmal mehr in seiner Schlagkraft und Professionalität bewiesen hat. Jeder Handriff unter den verschiedenen Blaulichtorganisationen saß und so zeigte sich letzten Endes der Einsatzerfolg dieses schweren Unfalls!

Insgesamt wurden bei diesem schweren Verkehrsunfall rund 40 Personen verletzt, vier von ihnen erlitten schwere Verletzungen. Neben den Feuerwehren Edlitz, Grimmenstein Markt und Aspang, welche mit 45 Mann und 13 Fahrzeugen im Einsatz standen, stand das Rote Kreuz mit drei Notarzthubschraubern und insgesamt 28 Rettungsfahrzeugen (darunter ein NEF und ein RTW sowie praktischer Arzt Dr. Pilz) im Hilfseinsatz.

Weiters die Polizei mit mehreren Streifen auf der Autobahn sowie bei den Umleitungen sowie die ASFINAG mit mehreren Fahrzeugen und einer Kehrmaschine.

Fotos: ED – Lechner