Fr. Sep 24th, 2021

Am 4. November 2014 wurde die Eisenbahnbrücke in St. Leonhard vom Bundesheer gesprengt. Die Feuerwehren des Unterabschnitts waren „an der Front“.

An der aufgelassenen Eisenbahnstrecke zwischen Ruprechtshofen und Mank stand an der Gemeindegrenze Ruprechtshofen/St. Leonhard über hundert Jahre eine Eisenbahnbrücke. Im Zuge der Hochwasserschutzmaßnahmen wurde die aus genieteten Stahlträgern konstruierte Brücke nun „abgetragen“. Dies geschah im Rahmen einer Kaderübung des Bundesheers. Dem Ereignis gingen einige Vorbesprechungen voraus, bis es am 4. November um 09:00 ans Werk ging.

Die Feuerwehren des Unterabschnitts St. Leonhard waren als Ordnungsdienste eingeteilt, um Straßen im Gefahrenbereich zu sperren, und ein Eindringen von Personen vermeiden bzw. melden zu können. Eingesetzt waren auch die Militärstreife und Rettungskräfte.

Die Sprengung selbst erfolgte um 14:00 mittels sogenannter „Schneidladungen“. Ganz glückte dieses Unterfangen allerdings nicht. Ein Teil der Ladung hatte nicht wunschgemäß gezunden, wodurch die Brückenkonstruktion nur zum Teil einknickte. Mittels schwerem Gerät in Form eines Bergepanzers wurde das Werk vollendet, und der Stahlbau mit dessen Seilwinde eingerissen.

Eine derartige Sprengung wurde seit den Kriegsjahren nicht mehr durchgeführt, weshalb neben zahlreichen Teilnehmern des Bundesheers auch Mitglieder der Cobra und der Bundeswehr Deutschland angereist waren. Um die Wucht der Sprengung zu dokumentieren wurden vom Bundesheer auch Schalldruckmessgeräte und Seismographen eingesetzt.

Die Brückenteile werden nun vom Bundesheer für weitere Sprengübungen genutzt. Der Rest der Konstruktion wird von einer Baufirma entsorgt. Um 16:00 war für die Kräfte der Feuerwehr ein langer aber durchaus interessanter Einsatztag zu Ende.

Fotos und Text: Mario Fischhuber – BFKDO Melk