Mi. Jan 27th, 2021

Fahrzeuge mit alternativen Antriebsformen, wie zum Beispiel Elektro-, Hybrid- und Erdgasmotor, stellen Feuerwehr- und Einsatzkräfte vor neue Gefahren bei der technischen Hilfeleistung an Unfallstellen. Vor allem wenn hydraulisches Rettungsgerät, wie Schere und Spreitzer zum Einsatz gelangen müssen, könnten diese Fahrzeuge für Einsatzkräfte und verletzte Insassen zu einer Gefahr werden. Wird nämlich durch Schere oder Spreitzer eine Leitung getroffen, so besteht die Gefahr, einen starken „Stromschlag“ zu erleiden. Denn: eine Batterie in Elektro- bzw. Hybridfahrzeugen erzeugt bis zu 400 Volt Spannung.

Zur Absicherung der Einsatzkräfte wie auch der verunfallten Insassen ist in den Fahrzeugen ein Netztrennschalter verbaut, um das Auto im Ernstfall stromlos zu schalten. Eine einheitliche Regelung, wo dieser Schalter angebracht ist, bzw. der Leitungsverlauf ist jedoch von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich geregelt. Auch sollen Sensoren im Millisekundenbereich dafür Sorge tragen, die Hochleistungsbatterie, die herstellerseitig in einer möglichst großen Knautschzone im Fahrzeug verbaut ist, vom Bordnetz zu trennen – vorausgesetzt, die Leitungselektronik funktioniert nach einem Unfall entsprechend ausreichend. Entsprechend umfassende Erfahrungswerte fehlen jedoch bei den Feuerwehren – deswegen sind Schulungen im Feuerwehrbereich über alternative Antriebsformen in laufender Umsetzung. Als erste Feuerwehr in der Steiermark führte die Stadtfeuerwehr Kapfenberg nun in Zusammenarbeit mit dem ÖAMTC eine Schulung im eigenen Hause durch, wo auf die gesamte Technik im Allgemeinen, sowie auf Besondere Gefahren eingegangen wurde. Vielen Dank an dieser Stelle an Herrn Hubert Trattner und Andrej Prosenc und ihrem Team vom ÖAMTC für die Schulung, sowie an die Firma Toyota SCHEIKL für die zur Verfügung Stellung eines Hybrid Fahrzeuges!

 

 

 

Text: BR d. ÖBFV Thomas Meier und LM Robert Reinmüller – Bilder: BM dV Roland Theny