Mo. Jul 26th, 2021

Sintflutartige Regenfälle haben Dienstagnacht (7. Mai 2013)  in weiten Teilen der Steiermark zu schweren Überschwemmungen geführt. Betroffen sind vor allem der Süden von Graz sowie die Bezirke Weiz, Leibnitz und Bruck-Mürzzuschlag.

Die Feuerwehren sind seit Stunden in den betroffenen Regionen im Dauereinsatz. Bäche traten über die Ufer, es kommt immer wieder zu Überschwemmungen, Vermurungen und auch zu Stromausfällen. Kleinere Brücken wurden von den Wassermassen weggerissen.

Im Bezirk Graz-Umgebung ist die Feuerwehr seit 1.30 Uhr im Einsatz. Immer wieder gingen hier starke Regenfälle nieder, so Gerhard Sampt, Bereichsfeuerwehrkommandant in Graz-Umgebung: „Wir haben in Summe in etwa in sechs Gemeinden 150 Objekte, die unter Wasser stehen. Am massivsten betroffen ist der Ortsteil Thondorf in der Gemeinde Gössendorf mit etwa 100 Objekten, die zurzeit unter Wasser stehen.“

In Gössendorf ist auch die Volksschule betroffen. Hier fiel der Strom aus, die Kinder haben schulfrei, die Schule bleibt aufgrund der schweren Schäden am Dienstag und am Mittwoch geschlossen. Für jene Schüler, die Dienstagfrüh bereits zur Schule unterwegs waren, wurde im Gemeindeamt eine Betreuung eingerichtet. In Hausmannstätten wurde das Gemeindezentrum überflutet, in Grambach wurden ganze Siedlungen überschwemmt. Keller stehen teilweise bis zur Decke unter Wasser. In Fernitz traten Bäche im Ortsgebiet über die Ufer, auch hier stehen rund 15 Objekte bis zu einen Meter unter Wasser. In Raaba wurde ein Krisenstab eingerichtet, von hier aus werden die Einsätze koordiniert.

In einigen Bereichen war es auch zu Heizölaustritten gekommen, teilweise sorgten auch übergegangene Kanäle für Verunreinigung und Geruchsbelästigung. Auch ein Hubschrauber des Innenministeriums wird das überflutete Gebiet überfliegen, um das ganze Ausmaß des Schadens besser abschätzen zu können. Die ersten Erkundungsflüge ergaben massive Schäden an Gebäuden und in der Landwirtschaft.

In Graz gingen 240 Notrufe ein. Betroffen waren hier vor allem die Bezirke St. Peter und Andritz. Zahlreiche Keller und Straßen wurden überschwemmt, Bäche traten über die Ufer, am Thalersee in Graz-Gösting ging eine Mure ab. Dieter Pilat von der Berufsfeuerwehr Graz sagt: „Wir sind mit sämtlichem verfügbaren Personal und Material im Einsatz.“ In der Zentrale gehen im Sekundentakt Notrufe ein. Der Pegelstand der Mur überschritt Dienstagfrüh in Graz die Fünfmetervorwarnmarke. Unterführungen, Stege und Radwege mussten gesperrt werden. Alleine in Graz und Graz-Umgebung stehen etwa 900 Feuerwehrmänner im Einsatz. Zusätzlich sind Kräfte aus Voitsberg in Graz.

[box type=“note“ style=“rounded“]Fotos: BFV DL / FF Kapfenberg Diemlach / FF Pusterhofer / Filmteam Austria  – Text: ORF STMK[/box]