Mi. Jun 23rd, 2021

Am 30.12.2012 wurde die EVN von einer Bewohnerin einer Wohnhausanlage in Baden wegen Gasgeruches alarmiert. Der Mitarbeiter der EVN führte Methangasmessungen in dem Gebäude durch. (Erdgas besteht überwiegend aus Methan und wird mit einem Geruchsstoff odoriert). Es konnte bei dieser Kontrolle kein Methangas nachgewiesen werden – allerdings schlug das aus Sicherheitsgründen immer mitgeführte Kohlenmonoxid-Warngerät Alarm. Der gemessene CO-Wert war absolut gesundheitsgefährdend, aber mit den menschlichen Sinnesorganen nicht wahrnehmbar. Daher wurde unverzüglich die Feuerwehr und die Rettung alarmiert.

Da es sich bei dem betroffenen Gebäude um ein Wohnobjekt mit rund 14 betroffenen Personen handelt, wurden vorsorglich sehr starke Kräfte der Feuerwehr und der Rettung entsendet. Seitens der Feuerwehr waren die FF Baden Weikersdorf und die FF Baden Leesdorf mit mehr als 40 Einsatzkräften vor Ort um mit schweren Atemschutzgeräten und Hochleistungslüftern rasche Hilfe zu leisten. Die Rettung war mit mehreren Rettungsfahrzeugen und dem Notarztwagen Baden mit insgesamt 18 Personen im Einsatz, betreute 14 Betroffene und transportierte 4 Personen (unter medizinischer Versorgung) in die Krankenhäuser Baden und Mödling.

Vorsorglich mussten alle Wohnungen hinsichtlich gefährlicher CO Konzentration geprüft werden. Daher war es notwendig auch aktuell nicht anwesende Wohnungsinhaber mit Hilfe der Stadt- und Bundespolizei ausfindig zu machen. Der EVN Techniker untersuchte in weiterer Folge gemeinsam mit dem zuständigen Rauchfangkehrermeister die Abzüge und Thermen der Wohnhausanlage.

Hintergrundinformation zu CO:
Kohlenmonoxid entsteht bei unvollständiger Verbrennung. Wie kann es dazu kommen ? Viele Wärmegeräte wie Gastherme, Ölheizung , Kachelofen, Gasherd benötigen für eine vollständige Verbrennung ausreichend Sauerstoff.
Eine regelmäßige Wartung und Überprüfung der Thermen, Durchlauferhitzer und Heizgeräte ist für deren Betrieb unerlässlich.
Im Winter ist die Gefahr besonders groß, dass falsche „Isoliermaßnahmen“ den für die Verbrennung notwendigen Sauerstoff fernhalten. Heizräume bzw. Badezimmer in denen eine offene Flamme brennt, müssen immer entsprechend belüftet sein. Außerdem muss der Abluftkanal (Kamin) immer frei sein und ist daher regelmäßig durch einen Rauchfangkehrer zu prüfen. Ein verlegter Kamin oder das Zustopfen von Lüftungsöffnungen um „Energie zu sparen“ kann somit lebensgefährlich werden ! Bedauerlicherweise können wir mit unseren Sinnesorganen dieses gefährliche Gas nicht wahrnehmen. Eine CO Vergiftung äußert sich durch plötzlich auftretende Müdigkeit eventuell verbunden mit Schwindelgefühl, Übelkeit und Sehstörungen. In diesem Fall unbedingt für Frischluft sorgen, wenn möglich Gefahrenbereich verlassen, Zündquellen vermeiden (CO ist brennbar) und über Notruf Hilfe herbeirufen (144 Rettung, 122 Feuerwehr). Abgesehen von Brandmeldern sind auch CO-Warner im Fachhandel (u.a. bei Firmen die Feuerlöscher verkaufen) schon um ca. 50.- € erhältlich und können auch ihr Leben retten. (Vielleich ein sinnvolles Geschenk ?)

[box type=“note“ style=“rounded“]Fotos: Monatsrevue – M. Hofmann / Text: FF Baden Weikersdorf[/box]