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NÖ/ Große Einsatzübung am Truppenübungsplatz Allensteig

Am ersten Septemberwochenende fand am Truppenübungsplatz Allentsteig in der urbanen Trainingsanlage Steinbach eine groß angelegte Einsatzübung von Feuerwehr und Rotem Kreuz statt. Es wurde ein Absturz eines Kleinflugzeuges auf eine Ortschaft als Übungsszenario angenommen. Insgesamt mussten von den Einsatzkräften 8 Übungsstationen abgearbeitet werden. Unweit der urbanen Trainingsanlage im Camp Mannshalm wurden die beiden Einsatzstäbe von Feuerwehr und Rotem Kreuz zur Koordination der Übung eingerichtet. Um 13:30 Uhr kam die Meldung der Austro Control an den Einsatzstab – es sei ein Kleinflugzeug im Bereich der Ortschaft Steinbach vom Radarschirm verschwunden. Sofort wurden zur Nachschau ein Kommandofahrzeug, ein Kleinlöschfahrzeug und ein Tanklöschfahrzeug vom Einsatzstab in Richtung Steinbach geordert. Bereits am Anfahrtsweg konnte der Einsatzleiter OBI Sascha Drlo dicke Rauchwolken über der Ortschaft ausmachen. Sofort rüsteten sich zwei Atemschutztrupps aus. Beim Eintreffen wurde festgestellt, dass ein Flugzeug mit ca. 15 Personen notgelandet sei und etwas Kerosin zu brennen begonnen hatte. Sofort wurde mittels Hochdrucklöschanlage und Hochdruckrohr mit der Brandbekämpfung begonnen bzw. mußte ein Tank im Bereich des Flugzeuges gekühlt werden. Zwischenzeitlich trafen auch ein Notarztwagen und ein Rettungswagen am Einsatzort ein. Ab diesem Zeitpunkt war klar, dass es sich um einen Großschadensfall handelt. Sofort wurden vom Roten Kreuz weitere Kräfte alarmiert und ein Patientensammelplatz sowie eine Sanitätshilfsstelle aufgebaut. Diese Struktur dient dazu, einer großen Anzahl von Verletzten und Betroffenen die schnellstmögliche und beste Hilfe vor Ort zu gewährleisten und auch die Betroffenen zu registrieren. In Summe gesehen mussten hier 55 verletzte Personen akut erstversorgt werden, um sie anschließend abtransportieren zu können. Vom Einsatzleiter der Feuerwehr wurde eine weitere Erkundung in der Ortschaft Steinbach durchgeführt. Unweit vom notgelandeten Flugzeug war ein Haus eingestürzt. Hier galt es, vier Personen mittels Kranseilwinde und Korbtrage zu retten. Während die Einsatzkräfte mit den Rettungsarbeiten beim eingestürzten Haus zu Gange waren, plötzlich Hektik am Einsatzort. Zwei Frauen kamen angerannt und versuchten die Einsatzkräfte zu einem Verkehrsunfall zu zerren. Ein Auto lag auf der Seite und ein Kleinkind war im Bereich des Beifahrersitzes eingeklemmt. Da die Personen im eingestürzten Haus ansprechbar waren, wurde sofort umdisponiert, das Vorausfahrzeug abgezogen und mit der Rettung des eingeklemmten Kleinkindes begonnen. Das Rote Kreuz war zwischenzeitlich mit der Versorgung der verletzten Personen beschäftigt. Eine Feuerwehr wurde dem Roten Kreuz unterstellt, um die verletzten Personen zum Patientensammelplatz zu bringen. Eine weitere Erkundung ergab, dass ca. 150 Meter von dem eingestürzten Haus ein Waldstück zu brennen begonnen hatte. 14 Personen galten in dem Waldstück als vermißt. Über den Einsatzstab wurden vorerst zwei Feuerwehren für dieses Übungsszenario angefordert. Hier wurde parallel zur Brandbekämpfung mit der Menschenrettung begonnen. Das nötige Löschwasser wurde aus dem Teich inmitten der Ortschaft mittels Tragkraftspritze zu insgesamt zwei C-Rohren befördert. Hier zeigte sich die Brandbekämpfung extrem schwierig, da alle mit Absperrbändern gekennzeichneten Glutnester einzeln abgelöscht werden mussten. Während all dieser Maßnahmen hatte das Rote Kreuz bereits damit begonnen, verletzte Personen in ein fiktives Krankenhaus zu transportieren. Einige Passanten meldeten dann an die Einsatzleitung der Feuerwehr, welche am Dorfplatz aufgebaut worden war, dass Rauch aus den Fenstern von zwei Wohnhäusern aufsteigt. Eine genaue Erkundung vom Einsatzleiter war hier nicht möglich, da die Grundstücke eingezäunt und daher ein Betreten nicht möglich war. Zwei weitere Feuerwehren wurden zu diesem Szenario geordert. Nachdem der Gartenzaun gewaltsam geöffnet worden war und sich ein Atemschutztrupp ausgerüstet hatte, mußte auch die Eingangstür gewaltsam geöffnet werden. Durch den Atemschutztrupp konnten einige vermißte Personen aus dem Inneren des Wohnhauses gerettet werden. Aus dem zweiten Haus mußte eine Person mittels Korbtrage aus dem Dachboden gerettet werden. Plötzlich ein lautes Donnern im Dachboden – nach einer Durchzündung drohte das Feuer außer Kontrolle zu geraten. Es wurde sofort eine weitere Löschleitung gelegt bzw. wurde vom Teich eine Zubringleitung aufgebaut. Als der Brand unter Kontrolle war, konnten mittels Hochdrucklüfter die beiden Häuser entraucht werden. Unweit dieses Brandereignisses kam es zu einem Verkehrsunfall mit zwei Pkw. Ein Pkw landete nach einem Überschlag auf dem Dach im Straßengraben. Der zweite Pkw kam auf der Bodenplatte vom ersten Fahrzeug zu stehen. Insgesamt galt es bei diesem Ereignis, 5 Personen zu retten. Zwei Personen waren eingeklemmt und mussten mittels Hydraulischem Rettungssatz befreit werden. Während dieses Ereignis abgearbeitet worden war, wurden zwei vermißte Personen im Bereich eines Kanalrohres gemeldet. Bei genauerer Erkundung konnten Klopfzeichen unter einem Kanaldeckel festgestellt werden. Sofort wurde mittels Pedalschere ein Vorhangschloss beseitigt und die zwei Personen konnten im Inneren eines Kanalschachtes vorgefunden werden. Zu deren Rettung kamen erneut die Kranseilwinde sowie die Korbtrage zum Einsatz. Nachdem alle Szenarien abgearbeitet worden waren und alle Personen ärztlich versorgt worden sind, konnte der Befehl „zum Abmarsch fertig“ gegeben werden. Die Freude über das Übungsende wurde von der Übungseinlage der beiden Einsatzstäbe unterbrochen. Die Meldung lautete, dass eine Wandergruppe sich schon um 12:00 Uhr in Steinbach bei der Kapelle einfinden hätte sollen. Sofort machten sich die beiden Einsatzleitungen von Rotem Kreuz und Feuerwehr daran, Suchtrupps zu bilden. Nach ca. 20-minütiger Suche konnte die vermißte Wandergruppe in einem angrenzenden Waldstück gefunden werden. Jetzt nach dreistündiger Übung erfolgte die Abschlussbesprechung direkt am Dorfplatz von Steinbach. Bezirkshauptmann und Bezirksstellenleiter des Roten Kreuzes des Bezirkes Horn Mag. Johannes Kranner sowie der neue Landesrettungskommandant Mag. Werner Kraut und der Bezirksfeuerwehrkommandantstellvertreter BR Christian Angerer bedankten sich für den ausgezeichneten Übungsverlauf und die Motivation, die die Mannschaft an den Tag brachte. Auch die Zusammenarbeit der Einsatzkräfte wurde lobend hervorgehoben. Ein herzlicher Dank gilt den Bediensteten des Truppenübungsplatzes Allentsteig, die bei den Übungsvor- und -nachbereitungen stets ein offenes Ohr hatten. Nach der Versorgung der Einsatzkräfte waren alle Teile gegen 18:00 Uhr wieder eingerückt.

 Zahlen:

80 Mitglieder und 14 Fahrzeuge der Feuerwehren Horn, Breiteneich, Frauenhofen, Groß Burgstall, Mühlfeld, Mödring, Neukirchen und Rosenburg. Sowie 4 Mann im Einsatzstab

72 Mitglieder, 8 Notärzte und 16 Fahrzeuge des Roten Kreuzes aus den Bezirksstellen Horn, Waidhofen an der Thaya und Allentsteig.

55 Mitglieder der Feuerwehrjugend aus dem Bezirk Horn als Übungsdarsteller

Nach drei Stunden waren alle Szenarien abgearbeitet und alle Personen versorgt. Die Einsatzübung wurde in unzähligen Stunden vom Bezirksrettungs­kommandant Harald Dworak und vom Kommandantstellvertreter der Feuerwehr Horn Sascha Drlo ausgearbeitet.

Text und Foto: Filmclub Horn Manfred Wazlawik

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