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NÖ/ Bez. HL: Horrorszenario bei Übung „Bypass“ – 170 Einsatzkräfte

Die täglichen Nachrichten zeigen immer wieder, wie schnell es zu einem sogenannten Großschadensereignis kommen kann. Um für Notfälle mit einer Vielzahl von schwer verletzten Personen gerüstet zu sein, beschlossen die Feuerwehren Maissau und Ravelsbach, ein solches Szenario gemeinsam mit dem Roten Kreuz zu üben.

Übungsszenario
Die anspruchsvolle Übungsannahme  gestaltete sich am  24. März 2012 wie folgt: Infolge eines Zusammenstoßes mehrerer PKWs touchierte ein Tanklastzug die Leitplanke auf der neuen Umfahrung von Maissau. Auf der Gegenfahrbahn kam ein Linienbus durch die eingeleitete Notbremsung von der Fahrbahn ab, stürzte über eine Böschung, und kam schlussendlich seitlich zum Liegen.
Franz Kloiber (FF Maissau) und Herbert Widerna (FF Ravelsbach) legten größten Wert auf eine möglichst realistische Übungsgestaltung. So bot sich den ersten Einsatzkräften ein wahres Horrorszenario. Alleine im umgekippten Linienbus galt es 25 teilweise schwer verletze Personen zu retten.  Die Übungsopfer waren vom Roten Kreuz mit authentischem Verletzungsmuster vorbereitet worden. Vor Schmerzen schreiend und panisch spielten die Statisten ihre Opferrollen perfekt.  Das Spektrum reichte von Rissquetschwunden über offene Arm- und Beinbrüche bis hin zu Schädelfrakturen.

Übungsbeginn
Die für die Übung definierten Einsatzleiter des Roten Kreuzes und der Feuerwehren machten sich schnell ein Bild vom Unglücksausmaß. „Hier ist es für den Einsatzleiter immens wichtig, Ruhe zu bewahren und mit ersten organisatorischen Maßnahmen den weiteren ordnungsgemäßen Verlauf der Rettungsaktionen sicherzustellen“,  so Rot-Kreuz-Übungsleiter Bernhard Ehemoser.
Feuerwehreinsatzleiter Franz Kloiber teilte das Szenario in zwei Einsatzabschnitte. Weitere Kräfte der Feuerwehren und des Roten Kreuzes wurden alarmiert. Zeitgleich begannen die ersten Rettungsmaßnahmen.

Linienbus – 25 Verletzte
Zunächst wurden über die Front- und Heckscheibe des Busses Rettungsöffnungen geschaffen. Einsatzbereichsleiter  Herbert Widerna: „Um Platz für die Mannschaft und Gerät zu machen, mussten wir zunächst die nicht eingeklemmten Personen aus dem Bus holen.  Im Anschluss wurden die schwer verletzten und eingeklemmten Personen mit hydraulischen Rettungsgeräten befreit.“
45 Minuten nach Eingang des Alarmes konnten bereits alle Verletzten dem Roten Kreuz zur weiteren Versorgung übergeben werden. Danach erfolgte die Befreiung der unter dem Bus eingeklemmten Übungspuppe. Dazu wurden Hebekissen mit Luft gefüllt und der Bus so um einige Zentimeter angehoben.
Die Arbeit des Roten Kreuzes ist beim Großschaden sehr vielfältig. Einteilung der Unfallbeteiligten nach Verletzungsgrad, Rettung der Verletzten aus den Fahrzeugen (in Zusammenarbeit mit den Feuerwehren), Versorgung der Verletzten, Betreuung der Unverletzten und der Angehörigen durch das Kriseninterventionsteam, Verteilung der Verletzten in geeignete Krankenhäuser.

Tanklastzug – 3 Verletzte
Das Gebiet rund um den Tanklastzug wurde gesperrt und es wurden Maßnahmen gesetzt, um eine Ausbreitung zu verhindern. Zum Schutz vor dem Gefahrenstoff wurde ein Schaumteppich aufgebracht. In den beteiligten PKWs galt es drei eingeklemmte Personen zu retten.

Resümee
Nach insgesamt 3 Stunden waren alle Bergemaßnahmen gesetzt und eine kurze Nachbesprechung aller Helfer durchgeführt.  „Obwohl die einzelnen Helfer keine genauen Informationen über den Übungsablauf hatten, konnten die Retter alle Aufgaben vorbildhaft und in angemessener Zeit erfüllen “, freut sich Einsatzleiter Franz Kloiber.
Sowohl der Rotkreuz Bezirkskommandant Gerhard Brückner als auch Feuerwehr Bezirkskommandant Johann Thürr  lobten die gute Zusammenarbeit der Organisationen und den Ausbildungstand der einzelnen Einheiten. Beide bedankten sich bei ihren Mitgliedern für die gelungene Planung und Durchführung der Übung.
Bezirkshauptmann Mag. Stefan Grusch betont das beispielgebende, gemeinsame Vorgehen der Blaulichtorganisationen bei dieser Übung. „Die uns bewiesen hat, dass die Einsatzorganisationen des Bezirkes für Großschadensfälle gut vorbereitet sind“
Am Vortag bildeten sich 152 Mitglieder von Rot Kreuz und Feuerweher weiter. Dabei wurden die theoretischen Kenntnisse über Großschadenslagen (Martin Zimmermann, RK) und alternative Fahrzeugantriebe (Christian Brantner, FF Ziersdorf) aufgefrischt.  In den kommenden Tagen werden noch die gewonnenen Erkenntnisse bei einer detaillierten Nachbesprechung aller Beobachter und Kommandanten aufgearbeitet.

Fakten zur Übung

Übungsausarbeitung:
Franz Kloiber (FF Maissau)
Herbert Widerna (FF Ravelsbach)

Übungsverantwortliche Rotkreuz:
Bernhard Ehemoser , Markus Hofmann (RK Ziersdorf)
Martin Zimmermann (RK Eggenburg)

Aufgewendete Freizeit:
400 Stunden Planung
300 Stunden Schulung
800 Stunden Durchführung

Übungsteilnehmer:
43 Verletzte bzw. Realistik
97 Einsatzkräfte Feuerwehr
70 Einsatzkräfte RK
10 Beobachter Feuerwehr
10 Beobachter RK
RK Eggenburg,
FF Großwetzdorf
FF Harmannsdorf
FF Hohenwarth
BFKDO Hollabrunn
RK Hollabrunn
RK Feldküche Horn
FF Maissau
FF Ravelsbach
RK Retz
FF Ziersdorf
RK Ziersdorf
sowie BH Hollabrunn, Polizei,
Gemeinde

Fotos und Text: Feuerwehr

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